Paul Konrad Kurz
Noch atmet die Erde
Gedichte
143 Seiten, kartoniert, 196 g
1. Auflage 1987
Verlag Butzon & Bercker, Kevelaer
ISBN / Code: 978-3-7666-9524-6
Beschreibung:
Gedichte aus vier Jahrzehnten: Erfahrungen, Erkundungen, Suchbewegungen und Stellungnahmen in Versen; Einkreisungen auch des undeutlichen Ich und Weiterungen, Gespräche in mehreren Richtungen.
Die Gliederung dieser Gedicht-Auswahl zeigt Themengruppen, die sich mit den Jahren kristallisierten, fortsetzten. Manchen Menschen erscheinen geistliche Verse suspekt, manchen geistlichen Menschen weltliche Verse. Der Autor wählt nur bedingt Thema und Ton. Jeder Weg der Wahrnehmung ist auch ein Weg der Sprache. Gedichte wollen erkennen.Hörend und lesend begegnen sich im Gedicht Gleichgesinnte. Manchmal gelingt dem Provozierten die Provokation. Sie sprengt Einverständnisse. Sie öffnet Grenzen. Sie zieht den Festgefahrenen ins Offene. - Gedichte antworten. Gedichte atmen. Gedichte denunzieren den falschen Anspruch. Gedichte suchen die Botschaft der Wesen. Sie verringern um ein weniges unsere Fremde: Silben eines unendlichen Gesprächs.
Aus dem Inhalt
Die Worte, die ich spreche
I Geboren werden
II Noch atmet die Erde
III Katastrophenberichte statistisch
IV Von Tranquilizern keine Spur
V Pyrmonter Osterglossen
VI Du Minderheit von Anbeginn
VII Wer ist dein Gott
VIII Die Liebe ist ein Hemd aus Feuer
Pyrmonter Gesang
IX Griechisches Licht
Ich suche das Wort
Nachbemerkung
Wer ist dein Gott?
Wer ist dein Gott? -
Weiß ich es, wie?
Wer ist dein Gott?
Einer, der schrie.
Wer ist dein Gott?
Macht Er dich frei?
Eins und drei.
Drei ineins.
Ist Er gleich Sie,
hat Bauch und Mund?
Nicht Sie, nicht Er,
nicht hat, nicht und.
1983
DER ERDE HAUCHTE
Ufer Flüsse
aus der Wüste
mit sanfter Stimme
Mann und Frau
nicht mit ausgestrecktem Finger
mehr als ein Freund ein Maler
den Garten zeigte
im morgengeröteten Tal
den unbegreifbar grünen BAUM
DER UNTER BÄUMEN SCHLIEF
mit Wüstenaugen
den Himmel Vater nannte
und später mit dem Lendentuch
ins Wasser stieg
das Lamm
am See der Fisch
der allgemeine Hungerbruder
zu greifen GREIFBAR
DER TAUBENFÜSSIG WIEDERKEHRTE
nach dem Schädelschrei
Der aus dem Wüstenwind den Horchern
die alten Worte
in die Ohren träufelt
lichtweiß in Augen flutet
lahme Zungen als Saitner rührt
und Baum und Fisch
und Wort und Lamm
sich Windgefährten GRIFFEN
Für Roland Litzenburger
ICH SEH im Frühling
Tulpen blühn
im Sommer rote Rosen
am Herbstahorn
die Blätter glühn
eh, scheidend,
sie im Nebel rosten
Ich seh ein weißes Feld
im Winter
gedehnt bis hin zum Wald
Drauf kann ER kommen
dem s gefällt
ewig DU
in Wind-Gestalt
1986
Die Gliederung dieser Gedicht-Auswahl zeigt Themengruppen, die sich mit den Jahren kristallisierten, fortsetzten. Manchen Menschen erscheinen geistliche Verse suspekt, manchen geistlichen Menschen weltliche Verse. Der Autor wählt nur bedingt Thema und Ton. Jeder Weg der Wahrnehmung ist auch ein Weg der Sprache. Gedichte wollen erkennen.Hörend und lesend begegnen sich im Gedicht Gleichgesinnte. Manchmal gelingt dem Provozierten die Provokation. Sie sprengt Einverständnisse. Sie öffnet Grenzen. Sie zieht den Festgefahrenen ins Offene. - Gedichte antworten. Gedichte atmen. Gedichte denunzieren den falschen Anspruch. Gedichte suchen die Botschaft der Wesen. Sie verringern um ein weniges unsere Fremde: Silben eines unendlichen Gesprächs.
Aus dem Inhalt
Die Worte, die ich spreche
I Geboren werden
II Noch atmet die Erde
III Katastrophenberichte statistisch
IV Von Tranquilizern keine Spur
V Pyrmonter Osterglossen
VI Du Minderheit von Anbeginn
VII Wer ist dein Gott
VIII Die Liebe ist ein Hemd aus Feuer
Pyrmonter Gesang
IX Griechisches Licht
Ich suche das Wort
Nachbemerkung
Wer ist dein Gott?
Wer ist dein Gott? -
Weiß ich es, wie?
Wer ist dein Gott?
Einer, der schrie.
Wer ist dein Gott?
Macht Er dich frei?
Eins und drei.
Drei ineins.
Ist Er gleich Sie,
hat Bauch und Mund?
Nicht Sie, nicht Er,
nicht hat, nicht und.
1983
DER ERDE HAUCHTE
Ufer Flüsse
aus der Wüste
mit sanfter Stimme
Mann und Frau
nicht mit ausgestrecktem Finger
mehr als ein Freund ein Maler
den Garten zeigte
im morgengeröteten Tal
den unbegreifbar grünen BAUM
DER UNTER BÄUMEN SCHLIEF
mit Wüstenaugen
den Himmel Vater nannte
und später mit dem Lendentuch
ins Wasser stieg
das Lamm
am See der Fisch
der allgemeine Hungerbruder
zu greifen GREIFBAR
DER TAUBENFÜSSIG WIEDERKEHRTE
nach dem Schädelschrei
Der aus dem Wüstenwind den Horchern
die alten Worte
in die Ohren träufelt
lichtweiß in Augen flutet
lahme Zungen als Saitner rührt
und Baum und Fisch
und Wort und Lamm
sich Windgefährten GRIFFEN
Für Roland Litzenburger
ICH SEH im Frühling
Tulpen blühn
im Sommer rote Rosen
am Herbstahorn
die Blätter glühn
eh, scheidend,
sie im Nebel rosten
Ich seh ein weißes Feld
im Winter
gedehnt bis hin zum Wald
Drauf kann ER kommen
dem s gefällt
ewig DU
in Wind-Gestalt
1986
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